2. Der Beitrag der FREIEN AKADEMIE

Die FREIE AKADEMIE ist dagegen ein unabhängiger Zusammenschluß von Personen und Vereinigungen, die sich die wissenschaftliche und kulturelle Auseinandersetzung mit den Daseins- und Wertfragen unserer Zeit zum Ziele gesetzt haben.

Sie will dazu beitragen, daß wissenschaftliche und kulturelle Erkenntnisse verschiedener Fachrichtungen in die fortlaufenden Lernprozesse eingeführt werden. Insbesondere will die FREIE AKADEMIE dem einzelnen helfen, vermittelte Erkenntnisse und Einsichten zu verarbeiten und in sein Selbst- und Weltverständnis zu integrieren. Dabei geht es nicht darum, Spannungen auszuweichen oder Gegensätze zu überspielen; das wäre wirklichkeitsfremd. Es gilt vielmehr, dem Menschen inmitten von Spannungsfeldern und gegensätzlichen Interpretationen Orientierungshilfen zu geben und damit die Spannungen fruchtbar zu machen.

Die FREIE AKADEMIE sieht ihre besondere Aufgabe darin, zu interdisziplinären Kontakten und Gesprächen beizutragen. Sie ist deshalb bestrebt, vor allem jenen Wissenschaftlern aller Fachrichtungen ein Forum zu bieten, deren Arbeitsergebnisse über das jeweilige Fachgebiet hinausweisende Bedeutung besitzen. Dabei stehen die Grundfragen des Menschseins wie Probleme der Gesellschaft, Fragen nach den Zusammenhängen und strukturellen Eigenschaften der Natur und des Geistes im Vordergrund. Vor allem unter philosophischen, anthropologischen, soziologischen und religionswissenschaftlichen Aspekten bilden sich dabei Schwerpunkte heraus, in denen sich natur- und kulturwissenschaftliche Linien kreuzen und die einzelnen Disziplinen lebensnah zusammenzuwirken vermögen. Zwischen den einzelnen Wissenschaften, Kunstrichtungen, Welt- und Lebensentwürfen, zwischen Wissen, Kunst und Glauben, zwischen Theorie und Praxis und auch zwischen den Generationen treten stets Spannungen auf. Diese können das Leben stören, wenn die Fähigkeiten und Kräfte, sie zu verarbeiten, unterentwickelt bleiben. Die FREIE AKADEMIE sucht daher in ihrem Kreis ein Feld der Entfaltung dieser Kräfte zu schaffen. Sie will damit gleichzeitig eine Stätte menschlicher Begegnung sein.